Handgeknüpfte Perücken zur Feier des abgesagten Weltuntergangs

Peer Steinbrück (Bundesfinanzminister a.D.) erklärt dem Spirit of Kasimir die Finanzkrise:

Finanzkrise für Dummies: Ein kleines Hotel an der Côte d`Azur. Ein russischer Oligarch kommt rein, knallt dem Hotelier einen 500€-Schein auf den Tresen. „Ich schau mir mal die Zimmer in der oberen Etage an.“ Erfreut nimmt der Hotelier die 500€ und gibt sie seinem Caterer. „Hier, die schulde ich dir noch.“ „Super!“ Der Caterer nimmt die 500€ und geht zu seinem Lieferanten. „Hier, die schulde ich dir noch.“ „Super!“ Der Lieferant nimmt die 500€ und geht zu seinem Fleischer. „Hier, die schulde ich dir noch.“ „Super!“ Der Fleischer nimmt die 500€ und geht zu seiner Lieblingsprostituierten. „Hier, die schulde ich dir noch.“ „Super!“ Die Prostituierte nimmt die 500€ und geht zum eingangs erwähnten Hotelier. „Hier, die schulde ich dir noch.“ Der russische Oligarch kommt die Treppe wieder runter. „Die Zimmer gefallen mir nicht.“ Nimmt den 500-€-Schein vom Tresen und geht.

Ausführlicher nachzulesen ab 5. Oktober in „Zug um Zug“ mit Helmut Schmidt, dann endlich im Taschenbuch bei Ullstein

Wer hier der Angeschmierte ist? Na, der deutsche Hotelier! Denn der russische Oligarch war in Wahrheit ein griechischer Rentner! (Sie wissen schon, das sind die, die man an den von Geldscheinen ausgebeulten Hosentaschen erkennt.) Und das Hotel stand in Wahrheit auch nicht an der Côte d`Azur, sondern mitten in Jammerland, da, wo die Lappen wohnen. Nein, nicht Finnland! Schleckerland! Richtig! Da, wo es vor kurzem noch „For you vor Ort“ hieß. Nach einer Kritik des Vereins deutscher Sprachwelt hatte Schleckers Pressesprecher betont, der Spruch dürfe so doof sein, Schleckers Kunden seien es ja auch. Lässt sich heute süffisant ergänzen: Lieber doofe Kunden als gar keine mehr. Wäre interessant herauszufinden, ob auch jener Florian Baum heute arbeitslos ist und wie seine Schicksalsgenossinnen als „Anschlussverwendung“ (O-Ton Vizekanzler Rösler) zur Erzieherin umgeschult wird, vielleicht zum Leiter einer Baum-Schule? Auf dass es den Zöglingen dank gelungener Ausbildung mal besser gehen möge als ihren soeben entlassenen Müttern. Die haben zwar nicht viel mehr verdient, als Teppichknüpferinnen in Kabul, haben aber weitaus mehr Umsatz gebracht, wo sich doch nach Kabul nur hin und wieder ein deutscher Entwicklungshilfeminister verirrt, um einen Teppich zu kaufen. Ganz Deutschland regt sich auf! Natürlich wäre es schön, Afghanistan könnte neben seiner Opiumernte auch ein bisschen Geld mit Kunsthandwerk machen. Und auch die Zollfreiheit ließe sich wie beim Opium auf den Teppichhandel ausweiten. Aber wir Deutschen können nun doch wirklich nicht alles in die Hand nehmen! Bescheiden wie er ist, hat BND-Chef Gerhard Schindler in einem Nebensatz erwähnt, auch noch einen Teppich mitgenommen zu haben. Das macht dann schon mal zwei verkaufte Teppiche für die afghanische Knüpferin. Zwei Männer im Sturm der Kritik, dabei hätten sie es verdient, sich den nächsten Friedensnobelpreis zu teilen, schließlich nehmen sie auf ganz unspektakuläre Weise dem Außenminister und der Bundeskanzlerin zugleich ein paar Aufgaben ab! Sie sind auf Undercover-Friedensmission und wurden kürzlich bei einem ihrer selbstlosen Einsätze vom Spirit of Kasimir geknipst* – beide getarnt als friedliche Afghanen:

Hinten: Niebel, vorn: Schindler – nach einem Perückenkauf in Kandahar. (Perücken sind zollfrei und werden nicht mit einer Maschine des BND eingeführt, sondern von den Trägern selbst per Incognito-Linienflug.)

(*Für die Chance dieses Schnappschusses danke ich an dieser Stelle meinem geschätzten Freund und Leser Peter Schmidt aus Paris.)

Mensch, warum kaufen Sie denn bei IKEA? Doch nur, weil es nach Afghanistan keine Billigflieger gibt! Als hätte er einmal zu oft das Wort „Teppich“ gehört, meldete sich nun auch noch Hansi Flick zu Wort, wollte seinen Stahlhelm aufsetzen und groß machen. Dabei setzt man sich zum groß machen doch eigentlich auf den Nachttopf und nicht ihn sich auf den Kopf. Fertig war der Flickenteppich aus einer Woche News.

Als mein Kater, Nezze Holland-Moritz, zum ersten Mal von Blutspendezentren für Tiere hörte, verkroch er sich tagelang im Garten.

Nezze Holland-Moritz als Holunderzweig getarnt vor seinem Gang zur Blutbank.

Hunde und Katzen müssen jetzt schon ran. Kriegen dafür Pass und Medaille. Die Spendefähigkeit für kleinere Haustiere wie Hamster und Kreuzspinnen hingegen wird noch erforscht. Wie auch die Möglichkeit, den gemeinen Langhaardackel mit dem Blut eines Chinchillas exotisch etwas aufzupeppen. Während Deutschland noch die Organspende diskutiert (statt sich forschungstechnisch einmal Richtung Organtausch zu orientieren, dann könnten beide Teilnehmer weiterleben), ist das bei den Tieren längst durch. Mir spendete bisher monatlich ein Schwein seine Leber. Bis ich erfuhr, dass der Schlächter genau 5 Sekunden für die Betäubung meines Spenderschweins hat, aber offensichtlich 10 Sekunden zum Aufsetzen des Bolzens braucht. Anders lässt sich nicht erklären, dass 12 % meiner Spendertiere unbetäubt in kochendes Wasser geworfen werden. Vielleicht sollen sie dann ja als Hummer verkauft werden, was bei den Aldipreisen wiederum schwer vermittelbar ist. Ich will ja nicht gleich ein ernährungswissenschaftliches Überlebenstraining absolvieren, aber von der Freiheit namens „Das kommt mir nicht auf den Teller!“ darf es bei mir fortan etwas mehr sein:

Brigit Frohn / Das kommt mir nicht auf den Teller / Ullstein Tb / 7,95€

Frau Frohn befasst sich hier auch mit dem „light“-Stempel auf Nahrungsmitteln. Von Zigarettenschachteln wurde er gelöscht, bei der NATO taucht er nun wieder auf. Diese setzt auf Verteidigung light – „smart defense“.  Hat ein Staat im Baltikum beispielsweise kein Geld für eigene Abfangjäger, wird er abwechselnd von der Luftwaffe größerer Mitgliedsstaaten wie Deutschland geschützt, das gilt auch für Luxemburg, Island und Slowenien. Im Gegenzug verfügt bspw. Lettland über genügend Sprengstoffspezialisten für den Einsatz in Afghanistan, freigesetzt wiederum durch den  Verzicht auf die eigenen Jäger. Für die europäische Raketenabwehr stellen die USA die Abfangsysteme, die wiederum die Europäer auf lange Sicht mitbezahlen sollen. Schuldenkrise also auch bei der NATO. Das alles klingt verdammt nach Fiskalpakt: Alles bündeln, dann teilen, dann mal gucken, wie es läuft. Klingt aber auch nach einer Lösung, nach Licht am Ende des Tunnels in apokalyptischen Zeiten, und dazu passt die Nachricht, dass der Weltuntergang nun doch nicht stattfindet! Sie lesen richtig: Abschnallen, Sauerstoffmasken wieder im Gepäckfach verstauen, zurücklehnen, entspannen.

Und wiedermal haben wir die Rettung vor dem Weltuntergang den Amerikanern zu verdanken. Ein US-amerikanisches Team von Archäologen entdeckte in Guatemala eine Mauer mit einer Inschrift der Maya.

Abgesagter Weltuntergang

Entdeckt wurde ein Kalender, der viel weiter in die Zukunft reicht als sein Vorgänger, nämlich bis ins 7. Jahrtausend. (Dann wird die ganze Chose wohl nochmal diskutiert, aber bis dahin hat Obama auch seine Wahl gewonnen). Ich bin sowieso davon überzeugt, dass in Barack Obamas Adern auch Maya-Blut fließt und er einst sowohl die Nachricht vom Weltuntergang als nun auch die Annullierung desselben wahltaktisch klug lanciert hat. Somit hätte auch sein Friedensnobelpreis im Nachhinein seine Rechtfertigung, und die Gesundheitsreform – naja – die wird für ihn nun wohl ein Klacks. Wer wollte sich denn schon mitsamt seiner versteckten Krankheiten registrieren und einem System ausliefern lassen, das am 21. Dezember 2012 sein jähes Ende finden sollte?

Bezeichnend ist dabei, dass ein Volk aus der Nachbarschaft der Mauerreste vor der deutschen Botschaft in Caracas für die Rückgabe eines 30 Tonnen schweren Steines demonstriert, der ihm heilig ist. Dieser Stein ist im Berliner Tiergarten als Kunstwerk ausgestellt. 50 verschiedene Indianerstämme aus Venezuela wollen diesen Stein zurück. Nun wäre es nach der guten Maya-Nachricht aus Guatemala doch das Mindeste, diesen Stein unverzollt, der Sicherheit halber in einen Teppich gewickelt, mit einer Maschine des Bundesnachrichtendienstes das Land verlassen zu lassen. Inmitten der Protestierenden wurde eine täuschend echte Kopie von Dirk Niebel gesichtet, dank seines Tarn-Käppis sehr gut zu erkennen. Wenn er sich als Entwicklungshilfeminister nun auch noch darum persönlich kümmert, dann hat er in meinen Augen nach dem Friedensnobelpreis auch noch einen neuen Titel verdient: der Steinheilige.

Ich wünsche Ihnen schöne Reiseziele  im Sommer und freu mich mit Ihnen auf die nächsten 7000 Jahre.

Herzlich, Ihr und Euer Spirit of Kasimir

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