Black Sabbath & John Smith – sind zum Ebook geworden! Extra-Portion „Felix-Menü für die ältere Katze“ für beide!

Die Anthologie „Mensch und Tier“ der Tintenfass AG ist fertig und auf der Plattform „BookRix“

http://www.bookrix.de/_ebook-sina-katzlach-mensch-und-tier/

zum Verkauf freigegeben.  Sinn und Zweck ist die Unterstützung von Tierheimen, die im Sommer 2013 durch die Flutkatastrophe in Deutschland geschädigt wurden, 2 Euro pro Buch gehen an den Deutschen Tierschutzbund e.V.

Ein schönes Weihnachtsgeschenk für Eure ebookfähigen Kinder und Teens – auch wenn meine Story da etwas raus zufallen scheint… Gut für den guten Zweck ist sie allemal.

O-Ton der Herausgeberin:

„Die ungewöhnlichste Tiergeschichte in diesem Band kommt von Patricia Holland Moritz und ist Teil einer Serie: Black Sabbath & John Smith. Mit ihrem außergewöhnlichen Schreibstil, der an Agenten-Thriller erinnert, unterhält die Rocking Queen im literarischen Web eine gigantische Fangemeinde. Frisch und fröhlich, kein Blatt vor den Mund nehmend, witzig und voller Esprit präsentiert sie sowohl ihren Blog als auch weitere Auftritte im Cyberspace. Besonders auf Social Media Plattformen ist sie als außergewöhnliche und angenehme Gesprächspartnerin bekannt, die sich sowohl im deutschen als auch im fremdsprachigen Raum sicher bewegt. “

Danke Dir, Sina Katzlach aus Baltimore! 🙂

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BLACK SABBATH, JOHN SMITH & Die Genehmigung des Einfangens von Wirbeltieren

What is this that stands before me?
Figure in black which points at me
Turn around quick, and start to run
Find out I’m the chosen one
Oh nooo!
(„Black Sabbath“ by Black Sabbath)

Udo Rasenmacher poliert gerade im Hof an seinem Land Rover Sondermodell Defender „Experience Bolivien“ herum, als ich im Badeschlappentempo an ihm vorbeischwurbel.

„Watt macht´n ihr anjeblicher Fremdkater?“

Die Stimme aus dem Off. Ich stehe wie zum Kratzbaum erstarrt.

„Der tanzt grad auf meinem Balkon zum Takt der Selbstschussanlage, daher bin ich etwas in Eile, lieber Herr Rasendmacher.“

Udo Rasenmacher schaut kulant über meinen Freudschen Versprecher hinweg auf sein babypoglattpoliertes Autodach. Ich setze zum Weiterrennen an.

„Momöntchen. Sindse sicha, dass es sich um einen Kater und nicht um einen Waschbären handelt?“

Alles jenseits der männlichen Geschlechtergrenze Geborene wird von ihm per se zum retardierten Dunzelhuber erklärt, daher wundert mich die Frage nicht.

„Ich kann einen wohlgenährten schwarzen Kater mit weißem Punkt auf der Schnauze von einem Waschbären unterscheiden, glauben Sie mir!“

„Ich sachs ja nur weil, ditt denn nämlich nicht unsa Problem wär.“

Der Problembär… schießt es mir durch den Kopf, und ich weiß, worauf Udo Rasenmacher in seiner verblüffenden Pragmatik hinauswill.

„Denn wär ditt nämlich Natur. Also, Wildnis. Also jedenfalls nischt, watt die Hausverwaltung betrifft.“

„DAS DA IST KEINE WILDNIS, DAS IST EIN MARKANT URINIERENDER KATER ZUVIEL IN MEINER WOHNUNG!“

Ich brülle so laut, dass spätestens jetzt Black Sabbaths Besitzer gehört haben muss, dass es um ihn geht und ich mir den Aushang im Haus sparen kann. Tatsächlich wird oben ein Fenster zugeschlagen.

„Iss ja jut, iss ja jut… Wir fangen Sie den schon ein. Nur…“

Man gewöhnt sich an allem. Auch am Dativ. Ich kann nicht mehr.

„..denn brauch ick aba vons Veterinäramt Lichtenberg ne Jenehmigung fürs Einfangen von Wirbeltieren.“

„Machense, Herr Rasenmäher, meine Genehmigung haben Sie schon mal, und nun legen Sie los.“

Black Sabbath ist bestimmt schon wieder weg, ich haste die Treppen hoch wie vom Kater angepisst und schleiche dann auf Zehenspitzenzum Balkon, wo Black Sabbath sich gerade mit Katzenschreck, Modell „Blackhawk 2006“, zu paaren versucht.

John Smith sitzt in der Badewanne und weint. Black Sabbath und ich starren uns an. Er starrt noch mehr als ich. Ich kann nur hoffen, dass er die Waschbär-Idee nicht aufgeschnappt hat und demnächst verkleidet hier ankommt. Er setzt zum Sprung an. An mir vorbei, durch die Wohnung in die Küche. Ha! Black Sabbath – got you! Das Küchendachklappfenster habe ich vorsorglich mit einem Schutzgitter Modell „Trixie“ vernagelt, wie auch alle anderen Fenster der Wohnung. (Seit meinem Einkauf dort steht „Trixie“s Börsengang nichts mehr im Wege.)

Ich nehme mir Zeit. Schließe die Balkontür hinter mir. Der kommt da nicht mehr raus. Und hier nicht mehr rein.

Yes! Your end, Black Sabbath!

Ein furchtbares Scheppern. Das Küchenfenster weit auf. „Trixie“-Katzengitter wie eine gerupfte Taube aus den Scharnieren gesprengt und auf dem Dach verteilt. Black Sabbath ist weg. Und noch was ist weg: dem ökologischen Hannes sein totaal schöner, handgetöpferter Zwiebelkrug. Ich schließe kurz die Augen. Steht der Krug nicht mehr dort, muss er runtergefallen sein. Öffne ich die Augen und sehe Scherben auf dem Boden – alles gut. Ich öffne die Augen, sehe keine Scherben auf dem Boden. Ergo: Krug ist runtergefallen. Ich spähe wie ein Häftling durch das Gitter meines Fensters. Krug nicht in der Dachrinne. Krug zwanzig Meter an der Hauswand runtergeschubbert und unten aufgeprallt. Auf Parkplatz 1. Dort steht ein Land Rover Sondermodell Defender „Experience Bolivien“ mit babypoglattpoliertem Autodach. Lehne mich noch weiter und sehe Udo Rasenmacher. Mit seinem Freizeithemd spielt der Sommerwind. Wäre er tot, würde er liegen. Aber er steht da wie tot. Ich kann sagen, das war nicht mein Krug. Aber der ökologische Hannes hat totaal liebevoll mit Streichholzkuppen meinen Vornamen in den Krugboden gestanzt. Und der Krugboden liegt auf dem Autodach wie ein Spiegelei.

… to be continued, I`m afraid.

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Black Sabbath – in action.

BLACK SABBATH, JOHN SMITH & Der Ökologische Hannes

Ich werde wahnsinnig.
John Smith sitzt auf gepackten Koffern. Er will gehen. Einfach so das Feld räumen. Nach 14 Jahren. Als er seine Fusselrolle in den Koffer quetscht, weiß ich, diesmal ist es ernst. Diesmal geht er wirklich.
Fahrig durchsuche ich die gefühlt 800 FB-Kommentare nach einer Lösung. Stoße auf einen Link.
Das ist es.

http://www.humanist-news.com/katzchen-stirbt-beinahe-nach-veganer-zwangsernahrung-durch-besitzer/

Auf dem Balkon gegenüber lehnt der ökologische Hannes wie immer um diese Uhrzeit über der Brüstung und telefoniert so lautstark mit seiner Mutter in Rodgau, dass sich das Telefon in seiner Hand eigentlich erübrigt hat. Der sommerliche Abendwind spielt mit meinem Stray-Cats-T-Shirt, während ich auf dem Klappstuhl stehe und Hannes wie ein Fluglotse zuwinke.
„Was iss los?“
Geschafft. Er hat mich erspäht.
„Hast du was Veganes?“
„Mit wem?“
Hä?
„Hä?“
„Was mit Anis?“
„Nee! Ob du was Veganes… Ach warte, ich komm rüber!“
Den ökologischen Hannes zu fragen, ob er was Veganes im Haus hat, war wie den Papst zu fragen, ob er katholisch ist. Also mache ich mich in meinen Hello-Kitty-Badelatschen auf den Weg.
Hannes empfängt mich im Regenbogenpyjama und hat da schon mal was vorbereitet.
„Weißt du, ich mach dir gleich mal ein totaal leckeres Kichererbsenküchlein.“
Ich behalte für mich, dass seine liebevoll zubereitete Speise zur veganen Zwangsernährung von Black Sabbath dienen soll, der sich hoffentlich dran totlachen wird.
„Danke, du bist ein echter Freund“, raune ich Hannes zu, schon auf dem Weg zum Balkon, von wo aus ich meinen super im Blick habe.
„Weißt du, ich war auf einem totaal schönen Klopfhüttenfest in Brandenburg. Ey du, wir haben da mit handgeschnitzten Drumstickstotaal schön getrommelt.“
Wahrscheinlich hat ihm einer dann damit auch etwas zu lange auf den Kopf gehauen, denke ich nur, bleibe prompt mit dem Badelatsch an einem totaal entspannten Ziegenfell hängen und schlage lang hin, fein die Dame, hat keiner gesehen. Ich rappel mich auf und sehe das Unglaubliche: Vor meinem elektronischen Katzenschreck, Modell „Blackhawk 2006“ wiegt sich Black Sabbath im Takt der Abschreckfrequenz. Ich fasse es nicht.
„Und zum Schluss haben wir einen totaal starken Energiekreis gebildet und all unsere handgeschnitzten Sticks ins Feuer geworfen. Und die Wärme und das Lodern, das war dann unsere totaal schöne Kreativität.“
Bei Hannes´ Schwelgen hatte das totaal leckere Kichererbsenküchlein zu schwelen begonnen und eignete sich bestenfalls noch zum Erschlagen von Black Sabbath.
„Du, ich muss auch schon wieder los, war totaal schön bei dir.“
Hannes blickt mir nur seelig lächelnd hinterher, während ich im maximalen Tempo, das in Badelatschen möglich ist, zurück in meine Wohnung schlappe.
Und jetzt kommt Udo Rasenmacher ins Spiel. Der Mann, dem in Sachen Hausmeisterei hier im Viertel keiner was vormacht. Er kann mit bloßer Hand Briefkastentüren geradebiegen und Vorhängeschlösser an Kellertüren auswechseln. Nur in zwei Punkten reagiert Udo Rasenmacher empfindlich: Wenn man sich über seinen Namen lustig macht (ich weiß nicht, ob er den Vor- oder Nachnamen meint, ich finde beide komisch), und über seinen Land Rover Sondermodell Defender „Experience Bolivien“ kichert, der in unser 30er-Zonen-Spielstraße so viel Sinn macht wie die Rallye Paris-Dakar mit Zwischenstopp in Alt-Rixdorf…

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Foto aus friedlichen Zeiten. John Smith beim Sichten des Plots zu meinem Berlin-Krimi. Lu et approuvé.

BLACK SABBATH & JOHN SMITH (Wie alles begann…)

Bin absolut ratlos:
Auf meinem Dach lebt ein wilder Kater. Ich musste ihm einen Namen geben, Black Sabbath. Aber er hört nicht drauf. Er steigt über die Dachterrasse oder diverse Klappfenster ein, ich glaube sogar, er kann durch Glas gehen. Er springt hinter Möbelstücken hervor, von denen ich gar nicht wusste, dass dahinter mehr als ein Fingerbreit Platz ist. (Ich habe noch nicht erwähnt, dass ich selbst einen Kater habe. Nennen wir ihn der Blog-Anonymität halber John Smith.) Das wäre alles noch erträglich. Nun beginnen die Herren, gegenseitig „ihr“ Revier zu markieren, was immer noch mein Revier ist, denn hier zahle ich die Miete.
Was alles bisher nicht geholfen hat:

  • „Katzenschreck“ – ein Gerät mit einer angeblich nur Katzen nervenden Frequenz (bei einem Druck auf den Testknopf hat es dann allerdings mir fast das Gehör zerschossen, und Black Sabbath stand wie auf Zuruf neugierig auf der Matte, um zu sehen, was ich da treibe),
  • Schreien,
  • Fuchteln,
  • Gegenstände werfen (die dann dummerweise aus dem 5. Stock auf der Straße landen),
  • Zugänge mit Blumentöpfen verstellen (allesamt bei dieser Hitze zu Kakteen mutiert und von Black Sabbath sofort zum Katzenklo umfunktioniert)
  • Feuerwehr rufen (Feuerwehrmann stand ratlos auf meinem Balkon, da Black Sabbath offenbar auch durch Glas riechen kann und sich rechtzeitig verdrückt hatte. Da der 112-Kollege vergaß, den Einsatz abzublasen, stand Minuten später eine Hundertschaft der Berliner Polizei vergeblich schellend vor meiner Tür, während ich gerad an der Aldi-Kasse eine weitere Tonne Katzenfutter zahlte.)

Also folgt meine neue Strategie: Das Kat-Zen.
Es bedeutet: Zen für die Katze. Ausgeglichener Umgang miteinander.

  • Einladung zum Balkondinner mit aufgeklapptem Sheba-Menü-für-die-ältere-Katze
  • Al Steward „The Year of The Cat“ in der Endlosschleife
  • John Smith mit an den Katzentisch
  • sämtliche Rita Mae Brown-Romane mit „Mrs Murphy“ für Lesung bereitgelegt
  • DVD „Dr Doolittle“ läuft im Hintergrund
  • Warten auf Black Sabbath.

Solange der sich noch nicht blicken lässt, freue ich mich über jeden noch so dämlichen Vorschlag, Black Sabbath wieder loszuwerden und in Zukunft und Ruhe wieder zusammen mit John Smith „den Weg des friedvollen Kriegers“ gehen zu können. DANKE!

(Seitdem erreichten mich auf Facebook Links zu Katzenpensionen, Tierheimen und –ärzten, jede Menge Katzenfotos und –witze, sowie ein wahres Blumenmeer zum Weltkatzentag. DANKE! Reicht.)

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John Smith – getarnt.

In Kürze folgen:

Part II

BLACK SABBATH, JOHN SMITH & Der Ökologische Hannes

Part III

BLACK SABBATH, JOHN SMITH & Die Genehmigung des Einfangens von Wirbeltieren