phm on tour 2018

Lesungen

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dpe events

Dagmar Perschke

Goetheplatz 4

06184 Kabelsketal

Tel 0345 / 560 52 76

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phm on tour 2018 ff

  • 16. Februar 2018 BERLIN – Kurzkrimilesung mit Connie Roters – Kirchliches Gemeindezentrum Karow

Botanikkrimi MORDZEITLOSE. (Ab 7. März 2018 im Handel)
• 13. März 2018 BERLIN – Buchpremiere – Literatursalon im Kant-Kino Berlin mit Johan de Blank
• 14. März 2018 LEIPZIG – Buchmesse – Lange Leipziger Büchernacht
• 15. März 2018 LEIPZIG – Buchmesse – Bibliothek Naunhof
• 16. März 2018 LEIPZIG – Buchmesse – Bibliothek Bad Dürrenberg
• 17. März 2018 LEIPZIG – Buchmesse – Hugendubel
• 12. April 2018 BERLIN – Botanischer Volkspark Pankow

  • 14. April 2018 BERLIN – Kulturscheune auf dem Kulturcampus Fredersdorf
    • 23. April 2018 BAD LANGENSALZA – Welttag des Buches – Stadtbibliothek
    • 24. April 2018 CHEMNITZ – Literaturfest – Stadtbibliothek
    • 13. Mai 2018 LEIPZIG – Botanischer Garten
    • 26. Mai 2018 PIRNA – Schloss Zuschendorf
  • 23. September 2018 HANNOVER – Krimifest – Herrenhäuser Gärten

 

Autobiographie FRANK SCHÄFER: ICH BIN NICHT AUF DER WELT, UM GLÜCKLICH ZU SEIN

  • 7. März 2018 BERLIN – Buchpremiere – Pfefferberg-Theater
  • 15. März 2018 LEIPZIG – Buchmesse – Die unabhängigen Verlage
    • 15. März 2018 LEIPZIG – Buchmesse – LVZ-Arena
  • 19. April 2018 BERLIN – Welttag des Buches – Anton Saefkow-Bibliothek
    • 22. April 2018 BRANDENBURG – Theater Brandenburg
    • 26. April 2018 BERLIN – Prinz Eisenherz
    • 16. September 2018 BERLIN – KOMMKlub – Böse Buben Bar
    • 20. Oktober 2018 SUHL – Festival Provinzschrei
    • 20. Januar 2019 BERLIN – Kulturgießerei Schöneiche

 

  1. bis 6. Mai 2018
    Criminale
    Halle an der Saale

 

  1. bis 15. August 2018
    5. Griechisch-Deutsches Lesefestival
    Greece – Arta, Region Epirus

to be continued

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Werkstattbericht “Das Chamäleon II” – Vom Entstehen eines Romans – Part Four – Der letzte Schritt

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Am Ende eines Buches fällt die Handlung ins Wasser. Hier entscheidet sich, ob sie an den Grund des Sees versinkt oder obenauf schwimmt. Der letzte Korrekturgang ist die letzte Chance, das das Eine oder das Andere zu bewirken. Das Erscheinen des Buches ist der Wurf eines Farbbeutels an die Wand. Der Fleck, der entsteht, verläuft sich zu einem als Kunstwerk geschätzten Bild oder einem störenden Fleck, der übermalt gehört.

Schauspieler reden davon, wie familiär sie während des Drehs mit der Crew zusammenwachsen und wie tief das Gefühl der Einsamkeit ist, das sie nach dem letzten Drehtag überkommt.

Schriftsteller sind schon während des Schreibens mit sich allein. Denkt man.

Beim Schreiben an diesem Band hatte ich Menschen um mich, die mich dabei begleitet haben. Manche völlig unbewusst. Sind sie mir doch zufällig in dieser Phase meines Lebens begegnet. Auch sie haben ihre Spuren in der Handlung hinterlassen. „Wenn sich ein Schriftsteller in dich verliebt, wirst du nie sterben“, heißt es. Nicht jedes Mal war Liebe im Spiel. Manchmal sogar Gleichgültigkeit. Doch diese dann so ausgeprägt, dass ich sie beim Schreiben als Geschenk betrachtete.

Und so wird jedes Buch eines Schriftstellers – so utopisch oder verfremdet die Handlung darin auch sein mag – zu einem Dokument der Situation, in der er sich beim Schreiben befand. Kafka sagte, ein Buch müsse die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. Und das Leben ringsum hält nicht still, bis das Wort ENDE in die Tasten gehauen ist. Alles geht weiter. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt hält der Alltag in jeder Minute seinen Facettentreichtum an Herausforderungen bereit.

Der zweite Band des Chamäleons ist geschrieben, gesetzt und die letzte Korrektur eingebracht. Und damit das Panoptikum eines ganzen Lebensjahres von mir auf Papier verewigt. Ein Jahr wie eine Blaupause meines Lebens aus überraschenden Freundschaften und ebenso unerwarteten Enttäuschungen.

Ob ich nun in das Loch der Einsamkeit falle, in dem schon all die Schauspieler nach Drehschluss sitzen, wird sich zeigen. Fest steht, dass ich mit diesem Buch eine weitere Tür in meinem Leben geschlossen habe. Um schon nach der nächsten Klinke zu greifen…

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(Titel und Cover sowie detaillierte Informationen zum 2. Teil der Chamäleon-Serie um Rebekka Schomberg demnächst hier. Das Buch erscheint Anfang Juli bei Gmeiner.)

photo 1: werkstatt (c) phm.2015

photo 2: Corse. Bonifacio (c) phm.2012

Eine Chronik der Abwesenheit. SEPTEMBERKINDER. Von Susanne Aernecke.

Susanne Aernecke ist Autorin und Dokumentarfilmregisseurin. Beides kann man lernen. Doch Kapitänstochter und fünffache Halbschwester zu sein, kann man nur hinnehmen oder zelebrieren. Ihr ist die vernünftigste Lösung aus beidem gelungen: Sie hat ein Buch darüber geschrieben. Septemberkinder.

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Septemberkinder wurden im Dezember gezeugt. Gerne zu Weihnachten. Wenn der Kapitän auf Landgang war. Bei seiner jeweiligen Frau. Es gab immer nur eine. Und zwar eine nach der anderen. Aber jede wurde geheiratet.

Sowohl ihr Vater als auch die Tatsache, dass sie noch fünf Halbgeschwister hatte, holten sie ein, als sie 18 Jahre alt war. Frühe 80er. Die Leute waren mit dem Aufpolstern ihrer Sakkos und der Pflege ihrer Nackenhaare beschäftigt, als die Tochter über die Oldendorff Carriers GmbH & Co. KG – die größte deutsche und zugleich eine der weltgrößten Stückgut Reedereien – ihren Vater ausfindig machte. Der war ihr bisher nicht verschwiegen, aber totgeschwiegen worden. Das taten die Frauen der Kriegsgeneration. Sie redeten ebenso wenig über ihre Vergangenheit und die dort geborenen und am Ende zerstörten Träume, wie es die Männer taten, die vom Fronteinsatz direkt ins Bordell gingen und dann gegebenenfalls auf die Suche nach ihren Frauen in den Trümmern ringsum.

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Bis dahin war ihr der „Fliegende Holländer“, für den sie ihren Vater hielt, nur in ihrem Lieblingsbuch begegnet, einem Fotoalbum mit dem Hochzeitsbild darin: die Mutter im weißen Spitzenkleid und der Vater in Kapitänsuniform. Vier Streifen.

Nun stand er vor ihr: in Belém, einem Hafen an der Küste Nord-Brasiliens, dem Tor zum Amazonas. Armdicke Taue flogen in Richtung Land und wurden vertäut. Er stand auf der Gangway. Und plötzlich hatte sie einen Vater.
Was folgte, war eine Weltreise mit einer Besatzung aus aller Herren Länder, von denen einige ständig verzweifelt den Kompass studierten, um gen Mekka beten zu können. Zahllose fremde Welten auf ein paar hundert Quadratmetern. Und die fremdeste Welt der eigene Vater.

Ihr blieben 6 Monate, um ihn alles zu fragen. Alles? Oder um einfach nur zu schweigen und sich das zu denken, was er hätte sagen können, was aber in dem wettergegerbten Gesicht und dem liebesvernarbten Herz gefangen blieb. Was er für sich behielt. Für immer. Denn was dann folgte, war sein Tod.

2014, zu seinem 100. Geburtstag, ging sie erneut zur See. Auf die Tour, die ihr Vater so oft gefahren war. Diesmal zusammen mit ihrer Schwester, die sie – wie all die anderen – erst auf des Vaters Beerdigung kennen gelernt hatte.

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Was ist geblieben? Ein Gefühl, nun vollständig zu sein. Die zweite Hälfte ihres Ichs kennen gelernt zu haben. Und Weisheiten wie diese: „Wenn du aufstehst, sind bereits 50 Prozent der schweren Arbeit auf der Welt erledigt – und du hast nichts davon mitbekommen.“ Aber auch, dass man sich nie über andere stellt. (Und sich das Küchenpersonal warm halten sollte.)

Ein Buch über die Abwesenheit von Nähe. Und von der Liebe, die daraus entstehen kann.
Danke, Susanne. Du sprichst nicht nur Septemberkindern aus der Seele.

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Patricia Holland Moritz

Das Buch: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Susanne_Aernecke_Septemberkinder/15320
Der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=OBJ12URSrdg
Die Agentur: http://www.mp-litagency.com/autoren/aernecke-susanne/
Die Autorin: http://www.afpmunich.de/