Robert Baur – Mord in Metropolis (Gmeiner, 2014)

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„Wer das Geld gibt, der bestimmt auch die Träume“, heißt es an einer Stelle im Buch, und daran scheint sich seit den 20er Jahren des Klein-Hollywoods in Neu-Babelsberg nicht viel geändert zu haben (nur dass deutsches Kino heute weniger mit Träumen als mit der Realität spielt).

Morddrohungen gegen eine Hauptdarstellerin, tote Komparsinnen – ein Serienmörder auf freiem Fuß.

Es ist das Jahr 1925, und Fritz Lang dreht mit „Metropolis“ den teuersten Stummfilm aller Zeiten. So präzise, wie Lang damals eine futuristische Großstadt schuf, die von zahllosen und in der Masse auch gesichtslosen Komparsen bespielt wurde, wird beim Lesen die Spannung aufgebaut: Keine Kulisse dieses Romans steht nur zufällig da. Jede Tür führt in einen Raum. Und die Protagonisten – hélas – sind nicht holzschnittartig, was a) im Falle Schnodderberlins nahegelegen hätte und b) bei Krimis mit Lokalkolorit leider zum bequemen Stilmittel geworden ist.

Exkommissar Robert Grenfeld scheint wohltuend aus seiner eigenen Zeit gefallen und hat sowohl von seiner Vergangenheit als auch von der Gegenwart die Nase gestrichen voll. Selbst durch sein volles Schnapsglas betrachtet, besteht seine Welt aus einer „kleinen Palette an Grautönen“. Ganz anders dieser Roman. Ein Spektrum an Farben auf Sepia. Klasse.

 

 

 

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