Robert Baur – Mord in Metropolis (Gmeiner, 2014)

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„Wer das Geld gibt, der bestimmt auch die Träume“, heißt es an einer Stelle im Buch, und daran scheint sich seit den 20er Jahren des Klein-Hollywoods in Neu-Babelsberg nicht viel geändert zu haben (nur dass deutsches Kino heute weniger mit Träumen als mit der Realität spielt).

Morddrohungen gegen eine Hauptdarstellerin, tote Komparsinnen – ein Serienmörder auf freiem Fuß.

Es ist das Jahr 1925, und Fritz Lang dreht mit „Metropolis“ den teuersten Stummfilm aller Zeiten. So präzise, wie Lang damals eine futuristische Großstadt schuf, die von zahllosen und in der Masse auch gesichtslosen Komparsen bespielt wurde, wird beim Lesen die Spannung aufgebaut: Keine Kulisse dieses Romans steht nur zufällig da. Jede Tür führt in einen Raum. Und die Protagonisten – hélas – sind nicht holzschnittartig, was a) im Falle Schnodderberlins nahegelegen hätte und b) bei Krimis mit Lokalkolorit leider zum bequemen Stilmittel geworden ist.

Exkommissar Robert Grenfeld scheint wohltuend aus seiner eigenen Zeit gefallen und hat sowohl von seiner Vergangenheit als auch von der Gegenwart die Nase gestrichen voll. Selbst durch sein volles Schnapsglas betrachtet, besteht seine Welt aus einer „kleinen Palette an Grautönen“. Ganz anders dieser Roman. Ein Spektrum an Farben auf Sepia. Klasse.

 

 

 

South Africa – Timbavati Part 3: The Project

„Shoot the hunters! Cowards are hunting the lioness in a fenced inclosure so she cant get away! I hope the guns backfire…“

schrieb ein User bei Facebook unter das Foto dieser Weißen Löwin, die dort zum Canned Hunting angeboten wurde.

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Mein Aufenthalt hier war kein Safaritrip. Seit ich Linda 2010 zum ersten Mal auf ihrer Promotour zu „Die Löwenfrau“ begleitete, wusste ich, dass ich mir ihre Arbeit eines Tages vor Ort an schauen würde. Eines Tages… Mein Leben ist voll von Eines-Tages-Projekten. Nach und nach arbeite ich die Liste ab, und mit dieser Reise fing ich an.

Linda Tucker ist CEO der Non-Profit-Organisation Global White Lions Protection Trust mit Sitz in Timbavati, einem Teil des weltbekannten Kruger National Parks in Südafrika.

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an einem der most sacred places im Camp – mit Linda Tucker (vo.)

Der Hauptaugenmerk des Trusts liegt auf dem Verbot des so genannten „Canned Hunting“ in Südafrika. In diesen Camps werden Löwen auf engstem Raum gezüchtet, noch vor ihrer eigentlichen Fruchtbarkeit zusammengepfercht, um wieder neue Löwengenerationen, oft durch Inzucht, zu produzieren.

  • Touristen kommen in die Parks und können für Geld Löwenbabys streicheln und herumtragen.
  • Werden diese größer, gibt es Lion-Walks: Man geht mit einem Löwen an der Seite spazieren wie mit einem Hund, darf ihn am Schwanz wie an der Leine führen.
  • Werden sie dann auch dafür zu groß, kommen die Jäger. Vorrangig aus den USA, China und Europa. Die Löwen werden auf ein eingezäuntes Terrain entlassen und vom offenen Jeep herab erschossen. Die Trophäe (ganzer Löwe, Kopf oder Pfoten) werden komplett verzollt frei Haus geliefert.

In Südafrika gibt es 160 dieser „killing camps“, auch das ein Grund, weshalb auf dem Gelände des Trustes nur Linda und ihr Team selbst die Tiere fotografieren – Tierschutz at its best. Die Vorstellung, dass allein über die Verbreitung durch Facebook, Twitter und Blogs auch die Gegner einer Organisationen wie des Trusts detailliert über die Lieblingsplätze und die Größe der Rudel informiert sind, zeigt, wie wichtig deren Schutz bis hin zum Schutz der Rechte am Bild des Tieres ist. Und ein wunderbarer Nebeneffekt des Ganzen ist, dass kein Kameraklicken, keine Suche nach dem optimalen Moment den eigentlichen Moment trübt; jenes Erblicken dieser Majestäten, Motor abstellen, Innehalten, Blick senken und nur langtsam wieder heben, um sie in aller Ruhe zu betrachten…. Das gibt kein Foto wieder. Das gehört erlebt… (All pictures with courtesy of The Global White Lion Protection Trust).

Letaba Letaba, Zihra Zihra,  MandlaMandla, Regeus Regeus, Nebu Nebu, Matsieng Matsieng und Zukhara Zukhara.

  • Rund 20 000 Löwen gibt es noch in Afrika.
  • 900 Löwen werden jedes Jahr legal gejagt und als Trophäen exportiert.
  • Allein Südafrika exportiert 547 davon. (Das sind nur die offiziell registrierten.)
  • In Südafrika gibt es mehr Löwen in Käfigen als in der Wildnis. (2,743 ‘wilde’ Löwen in SA Game Reserves bei der letzten Zählung, ca. 8000 in Gefangenschaft.)
  • Das Erlegen von Löwen in einem abgezäunten Gelände („canned hunting“) ist ein boomender Geschäftszweig in SA.
  • Die in den Camps gezüchteten Löwen können nie wieder ausgewildert werden, weil ihre Gene verändert sind und die Tiere die Scheu vor dem Menschen verloren haben.
  • In den letzten 15 Jahren sind mehr als 160 “Canned Lion” killing camps in SA entstanden.
  • Löwenknochen gelten mitunter in ganz Asien als große Rarität.

Am Samstag, dem 15. März 2014 findet weltweit der GLOBAL MARCH FOR LIONS: To Ban Canned Hunting statt. Schließt Euch an, jede Stadt, die teilnimmt, zählt, so wie jede Stimme, jedes Foto. Trefft Euch, singt und feiert – alles hilft und sorgt für Aufmerksamkeit. Näheres findet ihr hier – join in 🙂 http://www.globalmarch4lions.org/#sthash.7PAl0qmN.dpbs

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Warum für Löwen kämpfen, wenn uns im Alltag ganz andere Probleme umgeben? Weniger exotische vielleicht? Diese Frage habe ich mir hier in SA genau ein Mal gestellt, und die Antwort kam schnell, denn sie war mehr als logisch für mich: weil es um mehr geht, weil es nicht „nur“ um das Tier an sich geht, sondern darum, das eigene Bewusstsein zu schärfen im Umgang mit allem, was lebt. Zu pathetisch? Gut, aber wie beginnen, wenn nicht mit Pathos, das zumindest die Chance hat, in medien- und themenübersättigten Zeiten wie diesen Gehör zu finden.

Niemals nichts tun.

Karl Lagerfeld

To be continued… (Worauf ihr euch verlassen könnt.) 😉

Mandla_Zihra_Nebu2Ein gewohnter Anblick der täglichen Tour: The Royal Family, Mandla, Zihra und Princess Nebu.

(c) Linda Tucker