Das CHAMÄLEON… in der LVZ

LVZ_2014-02-14_S011_ausschnitt

Leipziger Volkszeitung, 14. Februar 2014

Viele Verbrechen, viele Fragen

Bei der langen LVZ-Kriminacht stellen auch Roland Spranger und Patricia Holland Moritz ihre neuen Bücher vor

… „Roland Spranger gelingt es mit beinahe sparsam zu nennenden Mitteln, eine beklemmende Stimmung zu erzeugen und zu halten“, hieß es in der Begründung der Jury. Ein Urteil, das auch für „Elementarschaden“ gilt, zumindest was den konsequenten Einsatz einer klaren, knappen Sprache angeht.
Da ist Patricia Holland Moritz nicht so stringent. „Hier gab es nur Neugier. Aber kein Interesse“. So schlicht und doch treffend beschreibt sie in ihrem Krimi-Erstling „Die Einsamkeit des Chamäleons“ die Stimmung in einem spießigen Dorf am Rande Berlins. Aber dem stehen überdrehte Formulierungen wie diese gegenüber: „Dass sie beide aus dem Osten kamen und die gleichen Ansichten teilten, setzte dem Genuss die Sahnehaube auf.“
 An Spannung indes nimmt ihr Buch es mit „Kriegsgebiete“ und „Elementarschaden“ auf. Holland Moritz, gebürtige Chemnitzerin, war Buchhändlerin in Leipzig, Co-Autorin der Autobiographie von Nikolai-Pfarrer Christian Führer („Wir sind dabei gewesen)“, arbeitete nach Auslandsaufenthalten bei Verlagen in München und Berlin. Sie als Krimi-Autorin zu entdecken, ist allerdings schwer. Der Gmeiner-Verlag führt ihr Buch unter „Frauenromanen“, auch der Titel hört sich nicht gerade nach Thriller an.
 Ihre Protagonistin Rebekka Schomburg ist durch eine Erbschaft reich geworden. Doch da ihr Großvater das Geld auf wenig ehrenhafte Weise beschaffte, beschließt sie, es sinnvoll auszugeben, Leuten zu helfen, denen Unrecht geschieht.
 Als ihr eine Reihe von Todesanzeigen auffällt, die alle für die Beschäftigten eines Recycling-Unternehmens aufgegeben wurden, interessiert sie sich für die schwarze Serie, dringt zur Familie des letzten Opfers vor. Dabei stößt sie auf Vorbehalte, die offensichtlich mit dem Selbstmord der Mutter zu tun haben. Fand Witwer Karl-Heinz Otto in der Firma, in der auch Stasi-Unterlagen geschreddert werden, Akten über seine Frau? Oder haben Ottos Tod und der seiner Kollegen mit einer neuen Masche auf dem Kunstmarkt, der sogenannten Recycling-Kunst, zu tun?
 Auch hier verknüpfen sich mehrere Verbrechen, mehrere Fragen. Wird Rebekka sie alle klären? Zumindest muss sie alles riskieren. Hartwig Hochstein

Patricia Holland Moritz und Roland Spranger sind Gäste der Langen LVZ-Kriminacht am 15. März, 19 Uhr, in der LVZ-Kuppel im Verlagshaus am Peterssteinweg 19. Außerdem lesen, signieren und diskutieren Arne Dahl, Håkan Nesser, Ulrich Wickert und Jan Flieger. Einlass 18 Uhr, die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

Roland Spranger: Kriegsgebiete; 224 Seiten, 14,80 Euro. Elementarschaden; 260 Seiten, 14,80 Euro, beide Edition 211 im Bookspot-Verlag

Patricia Holland Moritz: Die Einsamkeit des Chamäleons. Gmeiner-Verlag; 343 Seiten, 11,99 Euro

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