Der Kopulationsverrat

Wenn die Damen statt in der Oranienburger doch wenigstens in der Linienstraße auf den Strich gehen würden… Geometrisch wäre meine Welt wieder in Ordnung, und ich könnte hier in der Berliner Mitte weiterhin beruhigt meine Kreise ziehen…

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… aber nein.

Das Land ächzt unter einem Kopulationsverrat und fühlt sich regierungslos viel besser an als sonst. Ausländische Autofahrer kriegen eine aufs Maut, und die Österreicher unter ihnen davon sofort Pickel. Gewinner ist mal wieder der, der gar nicht mitgespielt hat, sondern beinebaumelnd auf der Ersatzbank saß. Nun kommt es – völlig undemokratisch – auf eine halbe Million SPDler an, die nächsten vier Jahre zu einem immerwährenden Adventskalender oder einer Warteschlange am Ticketschalter zu gestalten. Und bei der Mitgliederbefragung kommt schon jede Enthaltung einer Enthauptung von Erzengel Gabriel gleich. Zeitgleich soll der Drogensumpf am Görlitzer Park als Biotop zum Coffeeshop umgestaltet werden, hinter dessen Tresen dann wahrscheinlich die drei Syrer Dienst schieben, die Lampedusa überlebt haben. Und ausgerechnet Karl Dall muss sich des Vorwurfs der Vergewaltigung erwehren… da muss man erst mal drauf kommen!

Ganz offiziell betreibt der Ir-an eine politisch korrekte Ur-anreicherung, und der große Klitschko haut sich in Kiew die Fäuste an denen wund, die nicht auf der Einladungsliste zur Revolution standen, aber trotzdem gekommen sind.

Mit Chris Howland ist nach einer Reihe unglaublicher Todesfälle nun mal wieder einer gestorben, von dem man gar nicht wusste, dass er noch lebt, und Sylvie van der Meile wird von einem Piloten gestalkt, der nun endlich seinen Goldstatus zurück haben will. Christian Wulffs Hotelzimmer hat kein Filmstruppi gezahlt, sondern der „Bayrische Hof“ höchstselbst, das ändert natürlich alles.

Denn wir sind doch alle ein bisschen Hoeneß…

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… zumindest kommen auch mir die Tränen, wenn mir die Steuer schreibt. (Diese Kolumne widme ich vorsorglich den fleißigen Mitarbeitern des Finanzamts Berlin-Lichtenberg.) Ein weiteres Mal zum Heulen ist mir, wenn ich an Beckenbauers Abhandlung zum Sklaven im Allgemeinen und zum heutigen Sklaven in Katar im Speziellen denke. „Oajamei… wenn scho a Sklav´, denn geheert der a richtig a´g´zoge! I hoab koan g´sehe, der oa lechrig´s Hemd oada Kett´n an´d Fieß g´troagn hoat! Jo mei, wo kemma denn da hie, wenn heit schon jeda behaupt´, er sei a Sklav! Denn käm die nächste Revolution ja aus … herrgottsakra wie hoißt jetzt dies Nest im Ost´n – na, net Ukraine… Brandenburg! Mit all sein Frisöhs´n!“

Womit wir schnittig beim Mindestlohn gelandet wären und damit beim Mindesten, das mich nun doch dem Kopulationsverrat zustimmen lässt, schau mer mal, ob wir nun vier Jahre lang durchfeiern dürfen und die verdienten Aktivisten dieses Landes demnächst ihre Läden „Wegen Reichtum“ schließen.

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Bloibt´s ma g´wog´n!

Euer Spirit of Kasimir

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8 Kommentare zu “Der Kopulationsverrat

  1. Wollentarski, Norbert sagt:

    Liebe Patricia,

    jo mei, das ist ja wieder großartig – wie die Faust aufs Auge. Stimmst Du dem „Kopulationsvertrag“ zu? Bitte, denn ich will ja mit 63 ohne Abzüge in Rente gehen… (und dann in Clärchens Ballhaus auf 400 Stunden-Basis als Eintänzer arbeiten)
    Viele Grüße
    Wolli

  2. Rainer Heinrich sagt:

    was, is des scho ois. Mir dadn do scho no mehrer Sachn einfalln

    außerdem hoast des a’zogn net denn a´g´zoge! J

    pfüa di

  3. Stephan Lesko sagt:

    Klasse Blog. Nur in Sachen „Kopulationsverhandlung“ habe ich folgende Meinung: Wie viele Wähler haben Siegmar Gabriel gewählt…. und wo ist Herr Steinbrück ? Kann man der SPD als Wähler noch Vertrauen entgegenbringen, wenn der Kanzlerkandidat nicht mehr auftaucht oder keine derzeitige Berücksichtigung findet, und das Wahl-Thema „Wir wollen einen Politikwechsel“ über den Haufen geworfen wird.

    • Danke, Stephan. Aber nun sind wir leider bei dem Punkt, dass eigentlich Parteien gewählt werden sollten, keine Personen. Und der KK hat sich zurückgezogen, weil er nicht „viezen“ will, das sei ihm gegönnt. … Bin mal gespannt.

  4. Sabrina Fox sagt:

    Liebe Patricia, wie immer großartig! Und ja, was ein Kaiser Beckenbauer so von sich geben darf … ich bin sicher er ist bei seinen Besuchen oft auch unter der arbeitenden Bevölkerung 😉 Ein Kaiser halt! Hatten die nicht auch … never mind …

    • Haha, richtig, Nero und Co… Echte Kaiser eben. Er weiß, wovon er spricht. Dank Dir für diese wertvolle Ergänzung, auf die ich selbst – hier so ganz unter uns angemerkt – gar nicht gekommen bin… You got it! Danke 🙂

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