Ireland I

Berlin, train to Schoenefeld Airport (Artikel in Deutsch: bitte scrollen)

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Two young Asian men and another slightly drunk German fellow take place opposite to an old guy. He wears eggshell-white trousers, grey windbreaker, a flat cap and pilot glasses.

Bottlebeerdrinking is considered a cool “must” in Berlin´s city trains, so the young German gets three bottles out of his bag, offers the fourth to the old man, who declines.

“Vitamins only in my age”, he tries to explain, feeling that indefinable tension in the air.

The young German sits now next to the old guy and translates for his Asian friends: “He doesn´t like alcool.”

“O, good, that´s why he is still healthy in his age.” The two try to be polite and raise their bottles for a Cheers.

“Where do you come from?”, asks the old man in German.

The other one translates for his Asian friends: “He wants to know if you are Chinese.”

A slight glance of disappointment in their eyes, one of the guys replies politely: “No. Both from Australia. My parents were Indian, and my friend was even born in India, but we never lived there.”

The old man listens with growing interest to the young man´s translation. Then the young man asks the old: “Are you on the way to the airport too? Where is your luggage?”

Old man shakes his head. “Nono, I ve no money to travel. I watch the planes. See them going to Africa and Asia. That makes me travel enough.”

The Asian guys seem interested and wait for the translation.

“He says”, continues the young German fellow, “that he doesn´t have so much money like you people from Africa and Asia.”

Disappointment is now replaced by disbelief in their faces. “Tell him, we are Australian”, says the other one now, his voice slightly louder.

“They are well off”, the young guy says in German to the old man, “they have rich parents.”

“My parents were poor”, the old man answers with that certain look of old people, right before they dive back into their past, “and both wars did not really make things better. You lucky fellows live in the longest time of peace we ever had. And you still nag about everything.”

The train stops in Schönefeld now. Everybody grabs his luggage. The German fellow translates for his friends again. “You should be lucky”, he says, “when he was in the war it was people who looked like you who he killed. He is an old Nazi. Look at him. He doesn´t like you.”

The young men stood up, almost synchronously, grabbed their luggage, and before they walked by the old man, one of them said with deepest disgust in his voice: “So tell him: We don´t like him either!”

Only then I noticed, that the two Australian travelers had nothing to do with their German  translator. And that the poor old man with his eggshell-white trousers, grey windbreaker, a flat cap and pilot glasses unfortunately looked like Klaus Barbie…

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Berlin, S-Bahn zum Flughafen Schönefeld

Zwei junge Asiaten und ein leicht angetrunkener Deutscher im gleichen Alter setzen sich zu einem älteren Herren. der im typischen Outfit 60+, sieht allerdings aus wie 80 und hat die hellen Nuancen gewählt: eierschalenweiße Hose, graue Windjacke, Schiebermütze und Pilotensonnenbrille.

Bier trinken ist ein cooles „must do“ in Berlin, mir selbst ist es dafür noch etwas zu früh, doch der jungsche Deutsche verteilt großzügig an seine Kumpels und bietet auch dem alten Herrn eins an.

„Nur vitaminreiche Säfte trinke ich noch“, versucht der sich zu rechtfertigen, als spürte er die leichte Spannung, die plötzlich in der Luft liegt.

Der junge Deutsche sitzt nun neben dem alten Deutschen und übersetzt für die beiden Asiaten: „Der mag keinen Alkohol.“

„Gut!“, entgegnet einer der beiden höflich, „deshalb ist er in seinem Alter noch so fit.“ Die Asiaten prosten dem alten Mann zu.

„Woher kommen Sie denn?“, fragt der Mann mit einem Seitenblick auf den Jüngling neben sich, der doch bitte übersetzen möge.

Der übersetzt: “Er will wissen, ob ihr Chinesen seid.”

Ein Anflug von Enttäuschung ist in den Blicken der beiden zu erkennen. Einer von ihnen antwortet freundlich: „Nein, wir sind Australier. Meine Eltern sind Inder, mein Freund hier ist in Indien geboren, hat aber nie dort gelebt.“

Der alte Mann lauscht mit Interesse der Übersetzung. Der junge fragt ihn daraufhin, ihn ganz selbstverständlich duzend: „Fährst du auch zum Flughafen? Wo ist dein Gepäck?“

„Ach, ich bin Rentner. Hab gar kein Geld zum Reisen. Ich schau mir die startenden und landenden Flugzeuge an und wie sie nach Asien und Afrika fliegen oder von dort kommen. Das ist genug Reise für mich.“

Die beiden Australier schauen interessiert und warten auf die Übersetzung.

„Er meint“, sagt der junge Deutsche, „dass er nicht so viel Geld hat wie Afrikaner und Asiaten, also Leute wie ihr.“

Enttäuschung weicht Unglaube in ihren Gesichtern. „Sag ihm, wir sind Australier!“, sagt einer von ihnen, die Stimme nun etwas lauter.

„Die sind wirklich reich“, übersetzt der junge für den alten Mann, „die haben reiche Eltern.“

„Meine Eltern waren arm“, sagt der Alte mit diesem typischen Blick, den alte Menschen haben, während sie ihre Gedanken in die Vergangenheit richten, „und die beiden Kriege haben die Dinge nicht wirklich einfacher gemacht. Ihr jungen Leute könnt euch glücklich schätzen, lebt ihr doch in der längsten Friendenszeit, die es jemals gab. Trotzdem höre ich jeden nur meckern.“

Die S-Bahn hält in Schönefeld. Jeder greift sich sein Gepäck. Der junge Deutsche übersetzt noch einmal für die beiden Australier: „Er sagt, ihr sollt euch glücklich schätzen. Als er im Krieg kämpfte, hat er Leute umgebracht, die so aussahen wie ihr….“, mit gespielter Nachdenklichkeit nimmt auch er seine Tasche, „er ist halt ein alter Nazi. Er kann Leute wie euch einfach nicht leiden.“

Die beiden Australier stehen gleichzeitig auf und nehmen ihre Koffer. Bevor sie an dem alten Mann vorbeigehen, sagt einer der beiden mit tiefer Abscheu: „Dann sag ihm, wir können ihn auch nicht leiden.“

Erst jetzt stelle ich fest, dass der junge Deutsche rein gar nichts mit den Australiern zu tun hatte und der alte Mann in seiner eierschalenweißen Hose, grauen Windjacke, Schiebermütze und Pilotensonnenbrille bedauerlicherweise aussieht wie Klaus Barbie…

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SAVE THE DATE +++ Vernissage und Lesung +++ AUF LEBEN UND TOD +++ Reading & group exhibition

Patricia Holland Moritz ZWEISIEDLER & Yalda Lewin DIE DUNKLE SEITE DES WEISS

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am Samstag, 19. Oktober 2013 um 19 Uhr im

Kunststück Berlin – Produzentengalerie & Kunstsalon

Braunschweiger Straße 64 – 12055 Berlin-Neukölln – 2.Etage/Vorderhaus links

http://www.kunststueck-berlin.de/index.html

Lesung und Ausstellung zum Thema Leben und Tod …

ein Kampf auf Leben und Tod, wir müssen gefährliche, lebensbedrohliche Krankheiten überstehen, wir werden geboren um zu leben und müssen alle irgendwann einmal sterben, im Tod sind alle gleich …

Was macht das Leben lebenswert?

Gerade in schwierigen oder unsicheren Zeiten sollte man sich die schönen Seiten des Lebens vor Augen halten.

Was ist die Alternative zum Leben? Der Tod?

LEBEN heißt Geburt, Fühlen, Lachen, Glücklichsein, Liebe, Magie, Zauber, Sternenstaub, Dasein, Wachstum, Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Wenn man an TOD denkt, hat man Gedanken wie Angst, Ungewissheit, Erlösung, das Ende, an ein Leben nach dem Tod, Zwischenwelten, Krankheit, Nahtoderfahrung,Tristesse, Friedhof, Kirche, Depression, November, Kälte, Suizid … Zerfall, Sterben, Verlust und Trauer.

Trauer bei Tieren, Wie gehen Tiere mit dem Tod um?

Día de los Muertos – Tag der Toten in Mexico …

Schwarz &weiß, Himmel & Hölle, Gut & Böse, Gott & der Teufel …

Eröffnung/Vernissage – Samstag, 19.Oktober 2013 – 19:00 Uhr

Finissage und 5 Jahres – Feier von Kunststück Berlin mit Geburtstagstorte und Prosecco for free, Freitag, 8. November 2013 –

19:00 Uhr

Finissage LADIES CRIME NIGHT „Alraunenmord“ 29.09.2013 in Berlin

REMINDER:

Finissage LADIES CRIME NIGHT am Sonntag, 29.09.2013 – jeder liest genau 6 Minuten lang, bis ein Schuss fällt…

Patricia Holland Moritz „Alraunenmord“ zusammen mit den Mörderischen Schwestern Berlin

http://www.moerderische-schwestern-berlin.de/veranstaltungen/ladies-crime-night-abschlussveranstaltung-des-4-berliner-frauenkrimifestivals-zerstoeckelt

Leseprobe ALRAUNENMORD / extract The Mandrake Murder

Seine Ehe war ein Gefängnis, war ein einziger, von Stacheldraht begrenzter Hofgang. Rudolfs Arbeitszimmer war seine Zelle. Dort hatte er sich gemütlich eingerichtet…

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Inhalt

Eine Pflanze als Tatwerkzeug. Hier muss der Ermittler Botaniker sein.

aus: Andreas M. Sturm (Hg.) Giftmorde – 15 tödliche Anleitungen

Softcover / erscheint Oktober 2013, 1. Auflage / 250 Seiten,     Preis € 12,00 [D]  /   € 12,40 [A] / ISBN 978-3-942829-08-3 / http://www.fhl-verlag.de

Ein männlicher Briefmark…

… erlebte was Schönes, bevor er klebte. Er wurde von einer Prinzessin beleckt. Da war die Liebe in ihm erweckt. Er wollte sie wiederküssen. Da hat er verreisen müssen….

Nur war es nicht die ringelnatz´sche Prinzessin, die den Briefmark beleckte, sondern Herr H. aus M. Und der ist auch wirklich nicht zu beneiden: Da verfasst er – ganz ohne es zu merken – einen Erpresserbrief an Peer Steinbrück. Logisch, denkt sich unsereins, das kann schon mal passieren. Aber dem Herrn H. aus M. widerfährt dann ein wirkliches Missgeschick: Der Brief rutscht ihm aus der Hand, ausgerechnet in einen passenden Umschlag hinein. Und dieser Umschlag wird dann auch noch von erwähntem, bereits beleckten Briefmark gestreift. Und obwohl auf dem Umschlag lediglich „An Peer Steinbrück“ sowie dessen Büroadresse steht, landet der Brief auf Steinbrücks Schreibtisch. Unfassbar!

Der Patient „Wahlkampf“ scheint plötzlich an eine Turboinfusion getackert zu sein, erwacht zum Leben und bekommt rotgrüne Backen. Schlief meinem Briefträger in den letzten Wochen noch regelmäßig der Arm ein beim Zustellen der Wahlbenachrichtigungen, springt er nun wie ein frischgebackenes Brötchen durch die Hauseingänge, immer ein fröhliches „Schaumer mal“ auf den Lippen, während draußen auf der Straße ein paar versprengte Piraten versuchen, ihr Logo schnell noch auf den SPD-und CDU-Plakaten unterzubringen.

Aber Peer ist noch nicht fertig: Kaum liegt die Putzfrau samt Erpresserbrief in der Ablage „P“, erscheint seine ganzseitige Wahlkampfansage auf der Titelseite des SZ-Magazins.

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Niemandem nimmt man das Zeigen eines Körperteils so übel wie Peer Steinbrück. Frau Merkel kann ihre Mundwinkel in jede Kamera hängen lassen, keinen stört´s. Ganz zu schweigen von Röslers spitzem Schnütchen oder Seehofers Dünengras-Perücke. Null comment on this. Kaum aber hebt „ons Peer“ einmal – auf Bitten der Redaktion – den Finger statt der Stimme, kommt er gleich aufs Titelblatt und in die Nachrichten. Dabei drückt seine nette Geste doch nur Eines aus: „Wenn ihr so weitermacht, werdet ihr eines Tages von den Sonstigen regiert.“

Sollten die „Sonstigen Parteien“ die Bundestagswahl am 22. September gewinnen, stellt die Partei der Nichtwähler den Bundeskanzler. Bei denen ist eine Legislaturperiode der Stimmungslage im Volk angepasst und entsprechend zwei Tage bis acht Wochen lang, da der Kanzler mit jedem Volksbegehren neu gewählt wird. Den Außenminister stellen die Bürger in WUT – BIW. Der wird erst mal dafür sorgen, dass die Verhandlungssprache von Den Haag bis zum Sitz der UNO Deutsch ist und wird nur die Länder besuchen, in denen er nicht befürchten muss, auf dem Rückflug gleich noch ein paar Flüchtlinge mit im Schlepptau zu haben. Der Innenminister kommt von den Violetten – für spirituelle Politik. Sämtliche Kundendaten im Internet werden dem Gesetz der Anziehung anheimgestellt und Emails fortan ins Universum gechannelt. Die Wirtschaftsministerin stellt die Feministische Partei Die Frauen, woraufhin Artikel wie Schuhe, Parfüm und Handtaschen schon mal von der Mehrwertsteuer befreit werden. Das Verkehrsministerium geht an die Bergpartei – die „ÜberPartei“, welche als erstes die Oberbaumbrücke Berlin für ganzjährige Gemüseschlachten sperren lässt. Die Rentner Partei Deutschland stellt den Gesundheitsminister, ihre Gesundheitsreform steht unter dem Motto „Auf ins letzte Drittel“, und jeder Rentenzahlung wird ein Sechserpack „Edelkirsch“ beigelegt.

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Die gemeine Schnapsdrossel.

Auf das Gesundheitsministerium kommt sowieso die größte Herausforderung von allen zu, wenn das in Warstein so weitergeht mit den Legionären, deren Keime nun auch in den Abwässern der Brauerei nachgewiesen wurden. Letztlich wird alles mit dem Chemie-Nobelpreis behoben, der in diesem Jahr an Assad geht, während sich Lawrow und Kerry um den Friedens-Nobelpreis prügeln.

Es sind die Männer jenes „letzten Drittels“, um die sich die aktuelle Tagespolitik zu drehen scheint:

Just am 10. Todestag von Johnny Cash verlässt uns der Engel von Berlin, Otto Sander, am Morgen darauf stürzt sich Erich Loest aus dem Fenster einer Leipziger Klinik, und nun macht Surround auch noch ohne Dolby weiter. Verlassen uns die Alten, müssen wir mit den Jungen weitermachen, aber wer braucht schon Snowden, wenn Cameron seinen Koffer mit Geheimdokumenten im Zug stehen lässt. (Damit auch der Unbescholtenste den Wert des Gepäckstücks erkennen konnte, stand groß und breit „Prime Minister“ drauf.)

Außerdem hat „Voyager 1“ mittlerweile unser Sonnensystem verlassen, ohne dass auch nur ein einziger Geheimdienst davon etwas mitbekommen hätte. An Bord läuft Musik von Glenn Gould und Chuck Berry…

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und die GEMA kann ihre Gebührenbescheid nun in der Milchstraße zustellen lassen. (Auch in Apple´s I Cloud sind die beiden nicht mehr zu finden.) Über dem Atomreaktor in Fukushima steigt mal wieder weißer Rauch auf, diesmal jedoch um mitzuteilen: Habemus Olympiadios! Verstrahlte Spiele 2020 in Tokio!

Und während Lawrow und Kerry als Variationen auf den Dalai Lama und Gandhi noch immer geheime Gespräche führen, zu denen weltweit jeder Geheimdienst jeweils einen Abgesandten geschickt hat, warte ich noch auf meine Wahlbenachrichtigung… Irgendwer hat meinen Briefkasten gehackt. Wahrscheinlich ein Pirat. Na, der soll sich hier nochmal blicken lassen. Ich leg mich schon mal Schmiere.

Alles Gute Euch da draußen,

Euer

Spirit Of Kasimir