Christian Führer „Und wir sind dabei gewesen“ (Sachbuch)

  Christian Führer mit Patricia Holland Moritz

Ullstein Verlag 2009 / List Tb ISBN 978-3-548-60984-3  € (D) 8,99

»Für Führer war es eine friedliche Revolution. Den Begriff Wende hasst er, weil er von Egon Krenz stammt. Den Begriff Wendehals lässt er aber zu. Und Leute, die sich mehrfach gewendet haben, nennt er Wendilatoren. Humor gehörte auch zum Überlebenspaket in der DDR.« (NORDWEST ZEITUNG/ 16.03.09/Reinhard Tschapke)

»9. Oktober 1989, Leipzig. Keine Gewalt. Ein Wunder biblischen Ausmaßes. Und wir sind dabei gewesen!« Pfarrer Christian Führer »Führers Memoiren sind ein wertvoller Beitrag zur Erinnerung an die Jahre 1989/90. Zur Erinnerung daran, dass der Anstoß zur Demokratisierung nicht von Politikern kam, und schon garnicht von denen aus dem Westen – sondern aus der Bevölkerung der DDR.« (DEUTSCHLANDFUNK/ 09.03.09 Michael Kuhlmann)

Zwanzig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung spricht Pfarrer Christian Führer, der Initiator der Friedensgebete, die zu den Montagsdemonstrationen in Leipzig führten, erstmals umfassend über die Ereignisse um den 9. Oktober 1989, den Tag, der zum Sinnbild für die friedliche Revolution in der DDR wurde. Dem Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche gelang es – auch mit Hilfe der Leipziger Sechs, zu denen der Gewandhauskapellmeister Kurt Masur zählte – die Eskalation mit der Polizei und Staatssicherheit zu verhindern. 70.000 Menschen demonstrierten friedlich vor der Kirche und riefen „Wir sind das Volk“. Seit den frühen 80er Jahren hatte Pfarrer Führer zu den Friedensgebeten in seine Kirche geladen, bei denen es um die drängenden Fragen der Zeit ging. Er sprach mit Ausreisewilligen, Wehrdienstverweigerern oder Umwelt- und Friedensaktivisten – er fragte nicht nach ihrem Glauben, denn Pfarrer Führers Ansinnen war: „Nikolaikirche – offen für alle“. Die in dieser Zeit erlangte Popularität nutzte Führer auch nach der Vereinigung und widmete sich den Problemen der neuen Zeit. Er gründete eine Erwerbsloseninitiative, verhinderte Aufmärsche von Neonazis oder protestierte gegen die Schließung traditioneller Unternehmen. Christian Führer erzählt von  Begegnungen, die für ihn wichtig waren, etwa mit Michail Gorbatschow, mit dem er 2005 gemeinsam den Augsburger Friedenspreis erhielt, oder mit Erzbischof Desmond Tutu. Er erinnert sich an seine Visionen zur Wendezeit und resümiert, was heute davon geblieben ist. Auf diese Weise vermittelt sein Buch einen tiefen und sehr persönlichen Einblick in die deutsche Zeitgeschichte.

Patricia Holland Moritz @ Lesung im Onze Lieve Frouwe College in Antwerpen im Oktober 2010 (deutschsprachige Evangelische Gemeinde Antwerpen)

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